Zum Inhalt springen
KI KI für UN
Menü
Branche

KI für Arztpraxen — Anamnese, Brief­diktate, Sprechzeiten

KI in der Arztpraxis 2026: Was geht legal? Anamnese-Vorbereitung, Brief­diktate, Voice-Agent. Schweige­pflicht und lokale KI als Pflicht.

Arztpraxis 2026: Hoch belastet, knapp besetzt

Eine durchschnittliche Arzt­praxis im DACH-Raum behandelt 2026 mehr Patienten pro Tag als 2020 — bei gleichem oder kleinerem Personal. Medizinische Fach­ange­stellte sind gesucht und schwer zu finden. Termin­anfragen kommen über Telefon, E-Mail, Doctolib, Jameda. Der Arzt verbringt nach Patienten­studien etwa 30% seiner Arbeits­zeit mit Doku statt mit Patienten.

Genau hier hat KI ihren konkretesten Hebel. Nicht in der Diagnostik (dort ist sie hoch­reguliert und langsam in der Verbreitung), sondern in der Doku- und Kommunikations­last drumherum.

Aber: Die Praxis ist eine der reglemen­tiertesten Branchen für KI. Schweige­pflicht (§ 203 StGB), DSGVO Art. 9 (besondere Kategorien personen­bezogener Daten), berufs­rechtliche Vorgaben — alles greift.

Sechs Use-Cases mit konkretem Output

1. Anamnese-Vorbereitung per Frage­bogen + KI

Patient füllt vor dem Termin einen digitalen Frage­bogen aus. Die KI extrahiert die wichtigsten Punkte und legt eine Pre-Anamnese in der Praxis-Software an. Output: Arzt steigt informiert ins Gespräch ein, spart 5–10 Minuten pro Patient.

2. Brief­diktate strukturieren

Arzt diktiert nach dem Patient­besuch ins Handy oder Headset. Lokale Whisper-Instanz transkribiert, LLM strukturiert nach Brief­vorlage (Anamnese, Befund, Diagnose, Therapie, Prozedere). Output: Aus 15 Min Brief­schreiben werden 3 Min Quality Control.

3. Voice-Agent für Termin­anfragen

Standard-Anrufe (Termin, Adresse, Sprech­zeiten, einfache Status­abfragen) werden vom Voice-Agent angenommen. Bei medizinischen Fragen sofortige Übergabe an MFA. Output: Telefon­erreichbarkeit auch wenn die Anmeldung gerade beschäftigt ist; bessere Patienten­zufriedenheit.

4. Brief­übersetzung in Patienten­sprache

Komplexe Befund­berichte werden in für Patienten verständliche Sprache übersetzt. Output: Patienten verstehen ihre Befunde, weniger Rück­fragen, bessere Compliance.

5. Recall-Erinnerungen automatisiert

Vorsorge-Termine, Wiedervor­stellungen, Impf­erinnerungen werden automatisch generiert und als Erinnerung verschickt. Output: Höhere Vorsorge­quote, weniger verpasste Termine.

6. Praxis-internes Wissen suchbar machen (RAG)

Standard­dosierungen, Vorlagen, interne Leitlinien, frühere Fälle werden in einen lokalen RAG gepackt. Output: Schnellere Entscheidungen bei seltenen Konstellationen, bessere Wissens­verfügbarkeit für jüngere Kollegen.

Tools — sehr vorsichtig zu wählen

Klare Warnung: Keine US-Cloud-LLMs (ChatGPT-Web, Claude.ai, Gemini Web) mit Patienten­daten. Auch keine API-Calls dorthin ohne EU-Rechen­zentrum. Selbst pseudo­nymisierte Daten sind im Zweifelsfall heikel.

Schweige­pflicht und lokale KI

Das ist der harte Punkt. § 203 StGB ist Strafrecht, nicht nur DSGVO-Bußgeld:

Wer unbefugt ein fremdes Geheimnis offenbart, das ihm in seiner Eigenschaft als [Arzt etc.] anvertraut worden ist, wird bestraft.

KI-Anbieter, der Patienten­daten verarbeitet, ist „Dritter” im Sinne der Norm. Der Anbieter muss vertraglich zum Geheimnis verpflichtet werden — was viele Cloud-Anbieter nicht hinreichend tun. Der sichere Weg ist die lokale KI.

Wir bauen für Arztpraxen fast ausschließlich lokale Setups: Server in der Praxis oder im DSGVO-konformen RZ, alle Daten bleiben im Haus, kein Daten­abfluss an Dritte. Hardware kostet einmalig, dann ist die Praxis unabhängig.

Mehr Hintergrund auf unserer Seite Lokale KI / On-Premise — speziell der Abschnitt zur Hardware-Auswahl ist für Arztpraxen relevant.

Pilot-Idee: 10-Wochen-Diktat-Pilot

Aufwand: 10.000–18.000 Euro Beratung + 5.000–10.000 Euro Hardware + 25–50 Stunden interner Aufwand.

Was KI in der Praxis nicht macht

Wer sich nicht an „Arzt entscheidet, KI hilft” hält, bekommt Probleme — fachlich und rechtlich.

Erste Schritte

Vertiefung

Für Arztpraxen ist Lokale KI / On-Premise die einzig wirklich saubere Lösung — wir empfehlen das fast immer. Die technische Grundlage für interne Wissens­bestände ist Embeddings & RAG.

Eine KI-Beratung klärt mit dir die regulatorischen Pflichten und sortiert die Use-Cases — gerade in der Arztpraxis ist die Reihenfolge entscheidend.

Häufige Fragen

Darf ich Patienten­daten in eine KI eingeben?

Bei US-Cloud-LLMs nein — die Schweige­pflicht (§ 203 StGB) und das Patienten­geheimnis verbieten das. Sauber sind nur lokale KI-Lösungen oder Azure OpenAI in EU-Rechen­zentrum mit dediziertem BAA-Vertrag und sauberem AVV. In der Praxis empfehlen wir für Praxen fast immer die lokale Lösung.

Was sagt die Bundes­ärztekammer zu KI in der Praxis?

Die BÄK hat 2024 erste Hand­reichungen veröffentlicht — KI darf nur unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden, jeder KI-Output muss vom Arzt verantwortet werden. Diagnose-KI als Entschei­dungs­hilfe ist möglich, aber Diagnose-Verantwortung bleibt beim Arzt. Konkrete Use-Cases zur Doku­ent­lastung sind unkritisch.

Kann KI Anamnese­fragen­bögen ausfüllen?

Ja, das ist einer der pragmatischsten Einsätze. Patient füllt Frage­bogen aus, KI strukturiert in für die Praxis brauchbares Format, Arzt prüft. Vorraus­setzung: Frage­bogen-Tool ist DSGVO-konform und Daten bleiben in Deutschland/EU.

Was ist mit elektronischer Patienten­akte (ePA) und KI?

ePA ist seit 2025 Pflicht-Opt-Out — Patienten haben sie automatisch. KI darf darauf nicht ohne explizite Einwilligung zugreifen. Für interne Praxis-Doku, die nicht in die ePA wandert, kannst du KI freier einsetzen.

Patrick — Senior Social Media & GEO Manager
Master of Contact

Patrick — Senior Social Media & GEO Manager

Patrick ist dein erster Ansprechpartner für KI-Beratung, Workshops und Implementierung. Er hört zu, fragt nach — und sortiert für dich, was wirklich Hebel hat.

30 Min · kostenfrei · unverbindlich

30 Min buchen